COVID-19, die Dritte

am 08.04.2020 09:43

Auszug aus der Stellungnahme der ÖGP zum Management von akuten SARS-CoV-2 Infektionen und zum Management von chronischen Lungenerkrankungen während der SARS-CoV-2 Pandemie (Stand 06.04.2020)

Patienten ≤65 Jahre mit einer nur leichten COPD oder einem leichten Asthma und gut kontrollierter Symptomatik haben kein (signifikant) erhöhtes Risiko schwer an SARS-CoV-2 zu erkranken. Eine generelle Arbeitsfreistellung ist bei diesen Patienten nicht erforderlich.

Bei gut kontrolliertem Asthma besteht grundsätzlich kein erhöhtes Risiko für einen komplikationsbehafteten COVID-19-Verlauf, anders verhält es sich bei schlecht kontrolliertem Asthma. Es ist daher besonders wichtig, dass Asthma-Patienten ihre Medikamente, die zu einer guten Krankheitskontrolle beitragen können, jetzt besonders konsequent einnehmen. Das gilt insbesondere auch für inhalative Kortisonpräparate, die eine gute Kontrolle dieser chronisch entzündlichen Erkrankung ermöglichen. Auch COPD-Patienten sollten ihre regelmäßig verwendete Therapie gerade jetzt möglichst konsequent durchführen, um die gefürchteten akuten Verschlechterungen der COPD, sog. Exazerbationen, möglichst zu verhindern.

 

Folgende Maßnahmen sind allen komorbiden Patienten und im speziellen Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen zu empfehlen, um sich vor schweren Infektionen zu schützen oder im Falle einer Infektion das Risiko für einen schlechten Verlauf zu reduzieren:

✓ Einhaltung der aktuell empfohlenen Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen für chronisch kranke Patienten bzgl. SARS-CoV-2
✓ Bei Krankheitssymptomen frühzeitig Kontakt zum Gesundheitssystem aufnehmen
✓ Fortsetzung der bisherigen Therapie zur Behandlung der chronischen Lungenerkrankung (keine Medikamente aus Angst vor SARS-CoV-2 absetzen, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten)
✓ Sofortige Beendigung des Nikotinkonsums (STOP SMOKING)
✓ Weiter körperlich aktiv bleiben um muskulärer Dekonditionierung vorzubeugen
✓ Bei nächster Gelegenheit Impfstatus bzgl. Pneumokokken komplettieren
✓ Ab November sich gegen Influenza impfen lassen