Atemmuskeltraining und Lebensqualität

am 03.12.2012 22:01

Die Atemmuskulatur (deren wichtigster Muskel bei Erwachsenen das Zwerchfell ist) spielt eine entscheidende Rolle im Gasaustausch. Während die Ausatmung weitgehend passiv erfolgt, muss der Einstrom der Atemluft während der Einatmung durch eine Kontraktion der Atemmuskulatur bewerkstelligt werden. Störungen dieser lebenswichtigen „Pumpe“ können durch Erkrankungen des Nervenleitungssystems, der Lunge, des Brustkorbs und der Muskulatur hervorgerufen werden.

Zur Diagnose einer Störung der Atemmuskulatur eignet sich die herkömmliche Lungenfunktionsprüfung nur sehr bedingt, da erst bei einer Herabsetzung der Muskelkraft um mehr als die Hälfte des Sollwerts mit einer signifikanten Reduktion der Vitalkapazität zu rechnen ist; auch die Blutgasanalyse zeigt erst bei höhergradigen Störungen einen Anstieg des Kohlendioxidgehalts im Blut als Hinweis auf ein drohendes Versagen der Atempumpe.

Der am häufigsten verwendete Wert zur Analyse der Atemmuskelkraft ist der so genannte Pimax; dabei wird aus der Ausatemstellung maximal gegen einen nahezu komplett verschlossenen Widerstand eingeatmet. Obwohl die Methode einfach aussieht, ist sie apparativ aufwendig und wird meist nur in einzelnen spezialisierten Lungenfunktionslabors angeboten.

Wie jeder Muskel kann auch die Atemmuskulatur trainiert werden, wobei man (wie auch bei der Extremitäten- und Körperstammmuskulatur) Kraft oder Ausdauer oder beides trainieren kann.

Vor dem Training muss zur Ermittlung der Intensität eine Vermessung der Atemmuskulatur durchgeführt werden, entsprechend wird dann das Trainingsgerät eingestellt.

Nur eine exakte Einstellung verspricht den gewünschten Traingserfolg, da eine zu geringe Belastung keinen Effekt hat und eine zu starke Belastung zu vorzeitiger Ermüdung („Übertraining“) führt. Neben der richtigen Intensität ist eine entsprechende Häufigkeit erforderlich – 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Woche, zumindest zu Beginn des Trainings, dann kann die Häufigkeit langsam gesteigert werden.

Das Atemmuskeltraining wird zunehmend in lungenfachärztlichen Ordinationen angeboten, so auch bei uns.

Ideal wäre eine Kombination des Atemmuskeltrainings mit einem herkömmlichen Training am Fahrradergometer und evt. auch mit Gewichten oder dem Theraband (besonders bei Patienten, die aufgrund ihrer Atemnot nur eingeschränkt mobil sind).

Für das Atemmuskeltraining ist jeder geeignet, besonders empfohlen wird es aber bei Patienten mit mittelgradiger Lungenfunktions- einschränkung, um ein Abgleiten in den hochgradig eingeschränkten Bereich und damit eine drohende Invalidisierung zu verhindern.